Barrierefreies Wohnen: So funktioniert’s!

Barrierefreies Wohnen: So funktioniert’s!

Saskia Beck

17.09.2021

Lesezeit

4 Minuten

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★ ★ ★ ★ ★

Das tägliche Treppensteigen wird plötzlich für Sie zur Herausforderung? Sie haben Probleme beim Einstieg in die Badewanne oder Dusche? Wenn Sie alltägliche Dinge plötzlich herausfordern, sollten Sie über einen barrierefreien Umbau Ihrer Wohnräume nachdenken. In diesem Beitrag erfahren Sie, was barrierefreies Wohnen eigentlich bedeutet und wie Sie Küche, Bad & Hauseingang so umbauen, dass Sie altersgerecht oder behindertengerecht leben und wohnen können. Denn das macht barrierefreies Wohnen aus!

Was bedeutet barrierefreies Wohnen?

Sie leiden unter einer körperlichen Beeinträchtigung oder Behinderung? Sind Sie womöglich Rollstuhlfahrer und daher oft auf fremde Hilfe angewiesen? Oder haben Sie vielleicht eine Oma oder einen Opa, die nicht mehr so gut auf den Beinen sind? 

Gerade für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, für Rollstuhlfahrer und ältere Menschen ist barrierefreies Wohnen essentiell, damit sie so gut wie möglich selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben können. 

Das Wort “Barrierefreiheit” wird nach dem Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (§4 BGG) wie folgt definiert:

“Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, (...) sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig.” 1

Barrierefreies Wohnen bedeutet also, die Wohnung so zu gestalten, dass Menschen mit Behinderungen diese ohne Probleme nutzen können. Dazu gehört auch das eigenständige Wohnen von Senioren, ohne auf fremde Hilfe angewiesen zu sein.

So weit zur Definition. Doch nun fragen Sie sich bestimmt, wie genau eine barrierefreie Wohnung aussehen kann und welche Umbaumaßnahmen Sie vornehmen müssen. Eins vorweg: Für ein optimales barrierefreies Wohnen sollte jeder Raum innerhalb der eigenen vier Wände sowie der Eingangsbereich angepasst werden. Eine rollstuhlgerechte Wohnung oder behindertengerechte Wohnung wird durch verschiedene Kriterien definiert. Diese Kriterien werden in der sogenannten "DIN-Norm" festgehalten. Was es damit genau auf sich hat, erfahren Sie jetzt.

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DIN-Norm - Wann gilt eine Wohnung als barrierefrei?

DIN steht als Abkürzung für “Deutsches Institut für Normung e.V.”. Die DIN-Norm regelt in Deutschland die Vereinheitlichung und Standardisierung von materiellen und immateriellen Gegenständen. Die Barrierefreiheit einer Wohnung wird definiert nach der DIN 18040-2. Hier wird zwischen den beiden Begriffen “barrierefrei nutzbar (Mindeststandard)” und „barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar“ („R“-Standard)” unterschieden.

Hier eine kurze Definition der DIN-Norm 18040-2 von der Webseite Nullbarriere.de: 

“DIN 18040-2 gilt für die barrierefreie Planung, Ausführung und Ausstattung von Wohnungen, Gebäuden mit Wohnungen und deren Außenanlagen, die der Erschließung und wohnbezogenen Nutzung dienen. Die Anforderungen an die Infrastruktur der Gebäude mit Wohnungen berücksichtigen grundsätzlich auch die uneingeschränkte Nutzung mit dem Rollstuhl. Innerhalb von Wohnungen wird unterschieden zwischen - barrierefrei nutzbaren Wohnungen und - barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbaren Wohnungen.” 2

Informieren Sie sich auch, wie Sie Ihre Küche, das Bad oder auch den Hauseingang barrierefrei gestalten können.

Unser Tipp:

Lassen Sie sich vor Ihrem Einzug oder Umzug in eine Mietwohnung von Ihrem Vermieter beraten, welche Umbaumaßnahmen möglich und nötig sind. Wenn Sie selbst etwas in Eigenarbeit umbauen, halten Sie alle Änderungen schriftlich in Ihrem Mietvertrag oder einem weiteren Dokument fest.

Barrierefreie Küche

Sicher kennen Sie das: Am Morgen frischen Kaffee trinken, dazu vielleicht ein Spiegelei mit Toast und dabei in Ruhe die Tageszeitung lesen - doch was tun, wenn die übliche Morgenroutine plötzlich zur Herausforderung wird? 

Dieses Beispiel zeigt, dass besonders der Küchenbereich ein wichtiger Bestandteil vom barrierefreien Wohnen ist. Wir haben eine Checkliste mit den wichtigsten Dingen, die Sie beim Umbau Ihrer Küche beachten müssen, für Sie zusammengestellt:


Checkliste für Ihre barrierefreie Küche

  • Achten Sie darauf, dass alle Küchengeräte einfach zu erreichen und zu bedienen sind - dazu gehören zum Beispiel der Toaster, Wasserkocher, Kaffeeautomat oder auch die Mikrowelle. Auch der Herd und Ofen oder die Spülmaschine sollten im Sitzen bedienbar sein.
  • Bringen Sie Schränke und Regale möglichst tief an, damit Sie an alle wichtigen Dinge schnell und einfach kommen. Unser Tipp: Greifen Sie am besten auf vertikal verschiebbare Küchenschränke oder Schranklifte zurück!
  • Achten Sie auch bei Ihren Küchenmöbeln auf eine leichte Handhabung - am besten eignen sich niedrige oder höhenverstellbare Tische sowie tiefe Bänke oder Stühle, die leicht erreicht werden können.
  • Herd, Arbeitsplatte und Spüle sollten Sie idealerweise über Eck anordnen, um Platz zu sparen.


Tipp für Rollstuhlfahrer:

Achten Sie beim Umbau Ihrer Küche darauf, ausreichend Platz zum Manövrieren Ihres Rollstuhls zu schaffen. Verzichten Sie daher am besten so weit wie möglich auf lose herumstehende Gegenstände und Regale. Besonders praktisch für Rollstuhlfahrer sind außerdem unterfahrbare Arbeitsflächen, ebenso wie Herd und Spüle, um mehr Bewegungsfreiheit zu schaffen. Außerdem bieten sich Tische mit flachem Mittelfuß an, um genug Rangierfläche zu haben.

DIN-Anforderungen für eine barrierefreie Küche

Die DIN-Norm 18040-2 gibt für Küchen bestimmte Anforderungen vor. Die wichtigsten Abstände und Maße haben wir in der folgenden Tabelle übersichtlich für Sie zusammengestellt:

 

barrierefrei

rollstuhlgerecht

Bewegungsflächen (zum Drehen & Wenden)

120 cm x 120 cm

150 cm x 150 cm

Küchenmöbel (Mindesttiefe)

120 cm

150 cm

Arbeitshöhe (Herd, Arbeitsplatte, Spüle)

angepasst an die Körpergröße

unterfahrbar; über Eck

Esstisch

ausreichend Fläche zum Bewegen und für die Beinfreiheit

80 cm breit, 60 cm hoch (unterfahrbar); Möglichkeiten zum Rangieren vorhanden; optimal: Tisch mit breitem Mittelfuß

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Barrierefreies Badezimmer

Alleine zur Toilette gehen, sich waschen, duschen oder baden - all das sind wahrscheinlich Dinge, die auch Sie so lange wie möglich eigenständig bewältigen möchten. Daher sollten Sie darauf achten, auch Ihr Badezimmer und WC gut zugänglich zu gestalten. Wenn Sie noch nicht genau wissen, worauf Sie bei einem barrierefreien Bad achten müssen, finden Sie hier unsere Checkliste mit den wichtigsten Informationen:


Checkliste für ein barrierefreies Bad

Zum Baden eignen sich spezielle Badewannenlifte oder -sitze, die beim entspannten Einstieg in die Badewanne helfen. Legen Sie am besten auch Badematten aus, um ein Ausrutschen auf dem nassen Boden zu vermeiden. Falls Sie Ihre Badewanne umbauen möchten, wählen Sie dazu am besten eine stufenlos begeh- oder befahrbare Badewanne, falls eine Gehbehinderung vorliegt.

  • Sie duschen lieber als ein Bad zu nehmen? Dann achten Sie hier am besten darauf, dass die Dusche einfach begehbar ist. Am besten eignet sich eine bodengleiche Dusche. Außerdem eignen sich platzsparende Sitzgelegenheiten in der Dusche, wenn Sie das lange Stehen anstrengt. Achten Sie auch hier auf rutschfeste Duschmatten, um Stürzen vorzubeugen.
  • Zu einem barrierefreien Badezimmer zählt auch die einfache Nutzung des WCs  - um vor allem Rollstuhlfahrern das Aufstehen zu erleichtern, können Sie Halte- oder Stützgriffe an der Wand platzieren. Auch der Toilettensitz sollte eine Höhe haben, die bequem zum Sitzen ist.
  • Der Waschtisch sollte in einer für Sie gut erreichbaren Höhe und bestenfalls höhenverstellbar sein. Damit das Händewaschen und Frischmachen leichter von der Hand geht. Praktisch ist auch eine Sitzgelegenheit vor dem Waschbecken, wie zum Beispiel ein Hocker oder Klappstuhl.
  • Drehflügeltüren sollten idealerweise nach außen hin öffnen, um ein Blockieren zu verhindern; Türen zum Badezimmer sollten außerdem von außen entriegelt werden können.


DIN-Anforderungen für ein barrierefreies Bad

Auch für Sanitärräume gibt die DIN-Norm 18040-2 bestimmte Anforderungen vor. Die wichtigsten Abstände und Maße haben wir in der folgenden Tabelle übersichtlich für Sie zusammengestellt:

 

barrierefrei

rollstuhlgerecht

Bewegungsflächen

120 cm x 120 cm vor den Sanitärobjekten

150 cm x 150 cm vor den Sanitärobjekten

WC

20 cm Abstand zur Wand oder Sanitärobjekten

46 - 48 cm Höhe

Waschplatz

mind. 1 m hoher Spiegel; sollte unmittelbar über dem Waschbecken angebracht sein

"

Dusche

Einstieg nicht mehr als 2 cm Unterschied zum Boden; optimal: abgeschrägter Einstieg

"

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Barrierefreier Hauseingang

Zum barrierefreien Wohnen zählt nicht nur der Wohnraum, sondern auch der Bereich vor dem Hauseingang. Damit Sie Ihr trautes Heim jederzeit ohne Probleme betreten und verlassen können, ist es wichtig den Eingangsbereich einfach zu betreten oder verlassen zu können. Wir haben Ihnen eine Liste mit den wichtigsten Punkten für einen barrierefreien Hauseingang zusammengestellt:


Checkliste für einen barrierefreien Hauseingang

  • Gestalten Sie den Zugang zur Wohnung stufen- und schwellenfrei - falls sich eine Treppe vor Ihrem Eingang befindet, sollten Sie für eine Rampe oder einen Treppenlift sorgen, damit auch Rollstuhlfahrer oder Menschen mit einer Gehbehinderung problemlos hinauf gelangen.
  • Der Gehweg vor der Wohnung muss breit genug sein, damit Sie sich mit einer Gehhilfe oder Rollstuhl ohne Probleme bewegen können. Er sollte sogar so breit sein, dass sich zwei Rollstuhlfahrer begegnen und aneinander vorbeifahren können.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Beleuchtung im Bereich der Haustür, damit der Eingangsbereich und seine Elemente auch nachts gut erkennbar sind und Stolperfallen vermieden werden.

Tipp: Für Menschen mit sensorischen Behinderungen sollten Sie auf eine visuell kontrastreiche Gestaltung des Eingangsbereichs achten und im Optimalfall Wegbegrenzungen nutzen, wie zum Beispiel Bodenindikatoren oder Kantensteine.

  • Bringen Sie Bedienelemente wie wie die Türklingel oder den Briefkasten möglichst tief an, damit sie auch für Rollstuhlfahrer gut zu erreichen sind. 
  • Die Eingangstür sollte stufen- und schwellenlos zu durchqueren und einfach zu bedienen sein (durch gut erreichbare Klinken)

→ Optimalerweise sollte die Tür über ein automatisches Öffnungs- und Schließsystem verfügen.
 

DIN-Anforderungen für einen barrierefreien Eingang

Die wichtigsten Abstände und Maße für den Hauseingang nach DIN-Norm haben wir in der folgenden Tabelle übersichtlich für Sie zusammengestellt:

 

barrierefrei

rollstuhlgerecht

Bedienelemente (z.B. Türgriff)85 - 105 cm85 cm über OFF
Eingänge & Türen

lichte Breite: > 90 cm,

lichte Höhe über OFF: > 205 cm

"
Türschwelle< 2cm"
Beschilderung120 - 140 cm"

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Fazit: Barrierefreies Wohnen sorgt für mehr Selbstbestimmtheit in den eigenen vier Wänden

Sei es der Abwasch, das Essen oder die tägliche Körperhygiene: Wenn Ihnen der häusliche Alltag plötzlich Schwierigkeiten bereitet, kann ein barrierefreier Umbau Ihrer Wohnräume für Sie die Lösung sein.

Barrierefreies Wohnen ist besonders für ältere Menschen oder Menschen mit körperlicher Behinderung ein essentieller Bestandteil eines selbstbestimmten und glücklichen Lebens. 

Wie eine barrierefreie Wohnung aussehen kann, haben wir Ihnen in diesem Artikel ausführlich dargelegt. Bei einem Umbau ist es besonders wichtig, nicht nur einen Räum, sondern alle Wohnräume zu beachten. Achten Sie insbesondere im Badezimmer und der Küche darauf, Ihre Möbel so zu platzieren, dass sie einfach zu erreichen und zu handhaben sind. Für Rollstuhlfahrer ist es wichtig, genügend Bewegungsfreiheit zu haben. Sie sollten daher auf höhenverstellbares und unterfahrbares Mobiliar zurückgreifen. Ältere Menschen und Senioren sollten vor allem darauf achten, genügend Sitzgelegenheiten und Haltegriffe zu schaffen, um die Gelenke zu entlasten und Stürzen vorzubeugen.

Beachten Sie in jedem Fall, dass Sie jegliche Änderungen innerhalb der Wohnräume Ihrem Vermieter mitteilen müssen!

Natürlich ist ein kompletter Umbau der Wohnräume mitunter mit hohen Kosten verbunden. Lesen Sie daher in unserem nächsten Beitrag, wie Sie die Umbaumaßnahmen zum barrierefreien Wohnen von der Pflegekasse finanzieren lassen können.

 

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Quellen:

Geschrieben am 17.09.2021 von Saskia Beck