Reha für pflegende Angehörige: Änderungen mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz

Reha für pflegende Angehörige: Änderungen mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz

Saskia Beck

23.11.2021

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4 Minuten

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Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (kurz: PpSG) ist am 01. Januar 2019 in Kraft getreten. Ziel des neuen Gesetzes ist es zum einen, das Pflegepersonal zu entlasten und zum anderen Erleichterungen für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige in der häuslichen Pflege zu schaffen. 

Welche Änderungen für Sie als pflegende Angehörige relevant sind, haben wir im Folgenden zusammengefasst. Jetzt mehr lesen!

Erleichterung der medizinischen Reha für pflegende Angehörige

Sicher kennen Sie das: Sie kommen erschöpft von der Arbeit nach Hause und müssen sich dann um Haushalt und Familie kümmern. Wenn dann noch die regelmäßige Pflege und Betreuung eines Angehörigen dazu kommt, kann das auf Dauer kräftezehrend sein. 

Problematisch wird es, wenn der Stress zum Dauerzustand wird. Gesundheitliche Probleme wie Kopfschmerzen über Schlafstörungen, Depressionen oder gar Burnout können die Folge sein. Umso wichtiger ist es daher, dass Sie die Anzeichen einer physischen oder psychischen Erschöpfung früh bemerken und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Hier kann es helfen, wenn Sie sich eine vorübergehende Auszeit von der Pflege nehmen - zum Beispiel in Form einer medizinischen Rehabilitation für pflegende Angehörige.

Mit der Änderung der Reha-Verordnung vom 01. April 2020 können Sie als pflegende Angehörige nun leichter eine stationäre Reha in Anspruch nehmen als zuvor. Wie die Änderungen genau aussehen, erfahren Sie im Folgenden:

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Anpassung des Verordnungsformulars

Kurz zum Hintergrund: Das Reha-Verordnungsformular wird von Ihrem behandelnden Hausarzt ausgefüllt. Auf diesem Formular gibt der Arzt an, welche relevanten Krankheits-Diagnosen er anhand Ihrer Symptome feststellt, um damit die medizinische Notwendigkeit einer Reha-Maßnahme zu begründen.

Dieses Formular legen Sie anschließend dem Antrag auf eine Reha-Maßnahme bei und schicken ihn an Ihre zuständige Krankenkasse, wo Ihr Antrag geprüft wird.

Mit der neuen Verordnung vom 01. April 2020 wurde das Reha-Verordnungsformular hinsichtlich mehrerer Punkte angepasst:

1) Stationäre Unterbringung hat Vorrang

Mit dem Gesetz zur Stärkung des Pflegepersonals wurde unter anderem der Grundsatz “ambulant vor stationär” im Hinblick auf die medizinische Reha angepasst. Hintergrund ist der, dass pflegende Angehörige einen gesetzlichen Anspruch auf eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme haben. Dieser Anspruch ist im Pflege-Neuausrichtungsgesetz (PNG) geregelt und richtet sich nach §23 und §40 des SGB V. 

Zur Begründung dieser Neuerung heißt es auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit:

Pflegende Angehörige haben häufig aufgrund ihrer familiären Situation keine Möglichkeit, ambulante Rehabilitationsleistungen in Anspruch zu nehmen. Deshalb wird für sie der Anspruch geschaffen auf ärztliche Verordnung und mit Genehmigung der Krankenkasse auch dann stationäre Rehabilitation zu erhalten, wenn vom medizinischen Gesichtspunkt her eine ambulante Versorgung ausreichend wäre.1

Auf dem geänderten Verordnungsformular können Ärzte kennzeichnen, welche Form der Reha von Ihnen gewünscht ist und im Bedarfsfall explizit eine stationäre Reha verordnen.

Durch diese Neuerung wird es pflegenden Angehörigen erleichtert, eine stationäre Reha-Maßnahme in Anspruch zu nehmen. Stationäre Rehas haben vor allem den Vorteil, dass Sie eine Rundum-Fürsorge genießen können und sich nicht zusätzlich um alltägliche Dinge wie Haushalt oder Beruf kümmern müssen. So können Sie genügend Abstand von Ihrem gewohnten Alltag und der Pflegesituation gewinnen.

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2) Gemeinsame Reha mit der pflegebedürftigen Person

Wahrscheinlich stehen Sie bei der Entscheidung für oder gegen eine Reha vor allem vor der Frage, wie und wo Ihr pflegebedürftiger Angehöriger während Ihrer Abwesenheit versorgt wird. 

Mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz wird Ihnen diese Entscheidung leichter gemacht - Sie können im Gespräch mit Ihrem Hausarzt den Wunsch äußern, dass Ihr pflegebedürftiger Angehöriger in derselben Reha-Einrichtung betreut wird wie Sie. So wissen Sie den Pflegebedürftigen in Ihrer unmittelbaren Nähe und können Ihre Auszeit sorgenfrei genießen.

Wichtig: Beachten Sie, dass Ihre Krankenkasse einen gemeinsamen Reha-Aufenthalt mit der pflegebedürftigen Person erst genehmigen muss. Sollte das zum Beispiel aus medizinischen Gründen nicht möglich sein, unterstützen Sie Ihre Kranken- und Pflegekasse dabei, eine alternative Lösung für die Unterbringung des Pflegebedürftigen zu finden.

Alternative Leistungen der Pflegeversicherung sind zum Beispiel die Kurzzeitpflege oder auch die Verhinderungspflege. Beide sind Formen der Ersatzpflege, die dazu dienen, die bedarfsgerechte Versorgung von Pflegebedürftigen sicherzustellen, während sich die reguläre Pflegeperson eine Auszeit vom Pflegealltag nimmt.
 

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Fazit: PpSG ermöglicht leichtere Nutzung einer medizinischer Reha für pflegende Angehörige

Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) hat neben der Entlastung angestellter Pflegekräfte auch Erleichterungen für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige mit sich gebracht. So können Sie als pflegende Angehörige seit der Reform leichter stationäre Rehabilitationsmaßnahmen in Anspruch nehmen und diese sogar gemeinsam mit der pflegebedürftigen Person nutzen.

Erfahren Sie im nächsten Artikel zu dieser Themenreihe, wie Sie bei der Antragstellung für eine stationäre Reha vorgehen und was Sie dabei beachten müssen.
 

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Quellen:
 

1: Bundesgesundheitsministerium: Sofortprogramm Pflege. Gesetz zur Stärkung des Pflegepersonals (Pflegepersonal-Stärkungsgesetz - PpSG)
 https://www.bundesgesundheitsministerium.de/sofortprogramm-pflege.html

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Geschrieben am 23.11.2021 von Saskia Beck