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Demenz: Wie reagieren Sie bei Aggression eines Demenzkranken? 5 Tipps für Angehörige

Demenz: Wie reagieren Sie bei Aggression eines Demenzkranken? 5 Tipps für Angehörige

Katharina Hahn

29.01.2021

Lesezeit

4 Minuten

Bewertung

★ ★ ★ ★ ★

Ein Alltag mit Demenz bringt viele Veränderungen mit sich - sowohl für die betroffene Person selbst als auch für Familien. Im Zuge einer Demenzerkrankung stellen besonders veränderte Verhaltensweisen und Persönlichkeitsmerkmale der Betroffenen pflegende  Angehörige vor eine große Herausforderung.

Würdevoll leben trotz Demenz

Ist die Demenz bei einem Familienmitglied bereits diagnostiziert worden, müssen Familien und Pflegende erst lernen damit umzugehen. Als Angehörige und nahestehende Person fällt es oftmals schwer, den nötigen klaren Kopf zu bewahren. Angehörige sollten lernen, auf die Bedürfnisse und Wünsche des Demenzkranken einzugehen - aber auch die eigene Welt der Demenzkranken zu verstehen versuchen. 

Nicht selten treten im weiteren Verlauf einer Demenzerkrankung Probleme im Umgang mit Demenzkranken auf. Demenzkranke verstehen ihren eigenen Alltag oder die täglichen Abläufe nicht mehr oder erleben ihren Tag konfliktreicher, als er eigentlich ist.

Als Resultat von Unverständnis tritt die Aggression auf. Wird der eigenen Familie aggressives Verhalten entgegen gebracht, ist diese meist nicht bedrohlich sondern ein Ausdruck von Angst der Betroffenen.

“Es ist wichtig, deutlich zu wissen, dass Demenz ein Oberbegriff für die Symptome ist und dass es viele verschiedene Arten von Demenz gibt, jede mit ihrer eigenen Ursache. Symptome – wie zum Beispiel aggressives Verhalten als krankheitsbedingte Reaktion auf eine bestimmte Situation – sind davon klar zu unterscheiden”, teilt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. mit.  

Sind bei Menschen mit Demenz die persönlichen Gefühle betroffen, gehört auch die Angst dazu. Fühlen sie sich zusätzlich verunsichert, frustriert oder können ihre Gefühle nicht in Worte fassen, kann dies zu aggressivem Verhalten führen. 

5 Tipps im Umgang mit aggressivem Verhalten

  1. Dabei: Handeln in akuten Situationen
    Geraten Sie selbst, während Sie einen Menschen mit Demenz betreuen, in eine Situation in der Sie aggressivem Verhalten ausgesetzt sind? Entscheiden Sie, ob Sie die Situation unter Kontrolle haben.

    Schützen Sie sich selbst!  Sollte die Person Ihnen gegenüber gewalttätig oder handgreiflich werden oder Gegenstände nach Ihnen werfen - verlassen Sie für einige Minuten den Raum und geben Sie der Betroffenen Person Zeit, sich kurz zu beruhigen oder nehmen Sie Kontakt zu Pflegenden oder weiteren Familienmitgliedern auf, um gemeinsam die Situation unter Kontrolle zu bringen. 

  2. Danach: Was hat die Situation ausgelöst? 
    Finden Sie heraus, wie es zu der Situation kam oder was Sie ausgelöst hat. Dabei kann es hilfreich sein, sich für einen Moment in den Menschen, der mit Demenz lebt, hineinzuversetzen. Was fühlt er oder sie gerade? Wieso handelt er oder sie gerade so? Waren womöglich äußerliche Faktoren wie laute Musik, ein hohes Geräusch oder helles Licht der Auslöser für die Aggression?

  3. Einfühlsames Beruhigen
    Befinden Sie sich in einer Situation, in der verbale Aggression stattfindet? Versuchen Sie, die betroffene Person aussprechen zu lassen und erklären Sie ihr Mitgefühl. Nutzen Sie einen ruhigen Tonfall ohne auf das  aggressive Verhalten einzugehen oder selbst aufbrausend zu werden. Versuchen Sie bei dem Gespräch nicht die Person von Ihrer Meinung zu überzeugen oder zur Vernunft zu bringen. Leiten Sie das Gespräch in eine angenehme Richtung - ohne sich lustig zu machen oder den Menschen mit Demenz zu provozieren. So vermeiden Sie weitere Aggressionen oder Streitigkeiten.

  4. Keine Strafen oder Verbote
    Sehen Sie über Kleinigkeiten wie aggressive verbale Beleidigungen hinweg und behalten Sie stets im Hinterkopf, dass das aggressive Verhalten ein Symptom der Demenz ist. Wichtig ist in jeglichen Situationen, dass die Betroffenen sich schnell beruhigen und keinerlei Strafen oder Konsequenzen drohen.

  5. Für die Zukunft:
    Aggressionen vermeiden Um künftig aggressive Handlungen oder Streitigkeiten zu vermeiden, hinterfragen  Sie im Nachgang die Geschehnisse. Schlafen Sie eine Nacht darüber und gehen Sie noch einmal alles durch. War etwas neu? War er oder sie womöglich durch etwas verwirrt? Können Angstzustände oder Halluzinationen ausgelöst durch Medikamente ein Grund für die Aggressionen sein?

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Ablenkung finden

Haben Sie durch Ihre wohltuenden Worte die Situation kontrolliert und befinden sich nun gemeinsam mit dem Menschen mit Demenz in einer angenehmen, gewohnten ruhigen Atmosphäre? Vermeiden Sie weitere neue Ereignisse an diesem Tag. Gehen Sie gemeinsam etwas Gewohntem nach (Musik, Spiele) oder  binden Sie zum Beispiel einen Spaziergang mit ein, um gemeinsam auf andere Gedanken zu kommen. 

Aggressive Situationen vermeiden

Kommen die aggressiven oder boshaften Situationen häufiger oder in immer kürzeren Abständen vor: Informieren Sie den behandelnden Arzt darüber oder halten Sie Rücksprache mit dem Pflegepersonal. 

Wenden Sie sich an Ärzte oder Betreuungspersonen und besprechen Sie gemeinsam, wie Sie den Alltag des Menschen mit Demenz angenehm und ohne aggressive Situationen gestalten können.  

Unterstützung für Angehörige

Nicht nur für Menschen mit Demenz verändert sich das eigene Leben aufgrund der Krankheit, sondern auch für ihre Familien und Angehörigen. Damit die Betreuung nicht zur Belastungsprobe wird, ist eines extrem wichtig: 

Scheuen Sie sich nicht davor, Unterstützung anzufordern, wenn es für Sie allein oder als Familie zu viel wird. Vergessen Sie auch nicht, eigene Auszeiten zu nehmen, denn nur wer selbst gesund ist kann anderen helfen. 

Pflegix bietet Unterstützungsangebote für Familien an. Die Helfer von Pflegix kümmern sich stundenweise oder auch für einen längeren Zeitraum um pflegebedürftige Menschen, auch mit einer Demenzerkrankung. Einige unserer Pflegix Helfer sind auch mit einem Demenz-Zertifikat ausgezeichnet und qualifiziert. Finden Sie jetzt ihren passenden Helfer.

Geschrieben am 29.01.2021 von Katharina Hahn

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