Scheinselbständigkeit: 4 Tipps für Kleinunternehmer

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Scheinselbstständigkeit ist für Kleinunternehmer ein wichtiges Thema – auch für Seniorenbetreuer, Alltagshelfer oder Haushaltshilfen. In diesem Artikel erhältst Du praktische Tipps, wie Du Scheinselbständigkeit in Deinem Kleingewerbe vermeidest.

Definition: Was ist Scheinselbständigkeit?

Man spricht von Scheinselbständigkeit, wenn eine Person als selbständiger Unternehmer nach außen hin auftritt, aber Aufgaben wie ein festangestellter Arbeitnehmer erledigt und der Auftraggeber dadurch eigentlich zur Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen und Lohnsteuern verpflichtet wäre.

Eine Scheinselbständigkeit birgt Gefahren sowohl für Dich als Auftragnehmer als auch für die Familien, die Dich beauftragen. Denn beide Parteien drohen Strafen, wenn eine Prüfbehörde die Scheinselbständigkeit aufdeckt. Als Prüfbehörden agieren dabei das Arbeitsgericht, das Finanzamt, die Rentenversicherung, die Krankenversicherung oder die Sozialversicherung.

Kriterien der Scheinselbständigkeit

Verschiedene Kriterien können auf Scheinselbständigkeit hinweisen. Im Vordergrund einer Prüfung stehen die beiden Fragen, inwiefern bei der selbständigen Tätigkeit die unternehmerische Freiheit gegeben ist und ob ein unternehmerisches Risiko getragen wird.

Diese unternehmerische Freiheit bestimmt sich bei einer selbständigen Tätigkeit im Gegensatz zu einem Anstellungsverhältnis zum Beispiel dadurch, dass man in der Gestaltung seiner Tätigkeit und den Arbeitszeiten grundsätzlich frei und statt für einen einzelnen Arbeitgeber für mehrere Auftraggeber tätig ist. Es ist sogar gesetzlich vorgeschrieben, dass man als Selbständiger Geschäftsbeziehungen zu mehreren Kunden pflegt. Denn damit wird das Risiko eines Ausfalls eines einzelnen Auftraggebers minimiert.

Ein unternemerisches Risiko wird dadurch getragen, dass eigenes Geld investiert wird, um einer unternehmerischen Tätigkeit nachzugehen. Dies können zum Beispiel Investitionen in eigene Werbe- und Arbeitsmittel sein, die helfen, neue Aufträge zu gewinnen bzw. bestehende Aufträge zu erledigen. Weitere Tipps dazu findest Du weiter unten.

Scheinselbständigkeit: Diese Strafen drohen

Wird eine Scheinselbständigkeit festgestellt, hast Du und auch Dein Auftraggeber mit steuerlichen- und arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Zum einen werden Nachzahlungen fällig, da der Arbeitgeber ja Sozialbeiträge und Lohnsteuern hätte abführen müssen.

Aber auch Du als Arbeitskraft musst mit Nachzahlungen rechnen. Sollte beispielsweise die Deutsche Rentenversicherung oder das Finanzamt den Verdacht hegen, dass Du eine Scheinselbständigkeit ausübst, kann das eine Überprüfung Deiner Person zu Folge habe.

Neben der fahrlässigen gibt es auch die vorsätzliche, also nachweislich beabsichtigte, Scheinselbstständigkeit. Hier drohen nicht nur Nachzahlungen, sondern auch Geld- oder auch Freiheitsstrafen.

Um sich vor einer fahrlässigen Scheinselbstständigkeit zu schützen, sollten Auftraggeber und Auftragnehmer die Zusammenarbeit deshalb im Zweifel überprüfen lassen. Hier kannst Du einen Antrag auf Überprüfung der Scheinselbstständigkeit stellen.

Tipps: So bist Du auf der sicheren Seite

Grundsätzlich gilt: Innerhalb der ersten drei Monate einer über Pflegix vermittelten Tätigkeit solltest Du Dich beim Deutschen Rentenversicherung Bund melden und unter gewissen Umständen eine Befreiung der Rentenversicherungspflicht beantragen. In diesen Rahmen kannst Du dort die Experten bitten, Deine aktuelle Situation zu beurteilen und um weitere konkrete Tipps bitten, wie Du die Scheinselbständigkeit vermeiden kannst. Bis dahin können Dir folgende Tipps helfen:

Tipp #1: Gestalte eigene Werbemittel und trete nach Außen als Unternehmer/in auf

Bis Du Deinen ersten Auftrag annehmen kannst, solltest Du die Zeit nutzen, um Deine Selbständigkeit vorzubereiten. Mach Dir Gedanken, wie Du Dich am besten auf dem Markt positionieren kannst: In diesem Artikel erhältst Du 3 konkrete Ideen, wie Du Dich mit Deinem Kleingewerbe positionieren kannst.

Es muss nicht immer gleich eine eigene Webseite sein, oft reicht auch eine Visitenkarte oder ein Flyer aus, um potentielle Neukunden auf Deine Leistungen aufmerksam zu machen. Diese sind schnell erstellt und kostengünstig. Du kannst auf Deinen Werbemitteln selbstverständlich auch auf Dein Profil bei Pflegix verlinken, um potentiellen Interessenten die Möglichkeit zu bieten, Dich direkt über unsere Plattform anzufragen.

Starte Deine eigene kleine Werbekampagne. Es ist für die Verhinderung von Scheinselbständigkeit sehr wichtig, dass Du nach Außen erkennbar als Unternehmer/in auftrittst. Bewahre die Quittungen für Deine Ausgaben sicher auf, denn Du kannst diese Kosten später von Deinen Einnahmen abziehen und so ggfs. Steuern reduzieren. 

Tipp #2: Suche Dir mehrere Einsatzorte und behalte Deine Unabhängigkeit

Wenn Du als selbständiger Alltagshelfer dauerhaft in nur einer Familie eingesetzt bist, kann dies von einer Prüfbehörde als Scheinselbständigkeit ausgelegt werden. Du solltest also immer auch Ausschau nach weiteren Familien halten und wenn möglich auf Dauer auch andere Aufträge bei Familien annehmen.

Pflegix bietet Dir hier eine passende Plattform, um jederzeit nach neuen Aufträgen zu suchen.

Als selbständiger Seniorenbetreuer kannst Du selbst entscheiden, welchen Auftrag Du annimmst und welchen nicht. Es steht Dir zudem jederzeit frei, die Zusammenarbeit mit einer Familie wieder zu beenden. Darüber hinaus bestimmst Du den Stundenlohn, den Du jederzeit auch anpassen kannst. Ebenso setzt Du die Grenzen, welche Aufgaben Du übernehmen möchtest und welche nicht.

Kommunikation zwischen Dir und der Familie ist das das A und O bei der Vermeidung von Scheinselbständigkeit. Bitte die Familie um Verständnis, dass Du als selbständige Person auch Aufträge bei anderen Familien annimmst und setze klare Grenzen, um Dich zu schützen.

Möchte die Familie Dich stärker an sich binden oder möchtest Du (z.B. aus zeitlichen Gründen) keine weiteren Aufträge akquirieren wollen, gibt es als Alternative zur Selbständigkeit immer die Möglichkeit, Dich sozialversicherungspflichtig über die Minijobzentrale anzumelden.

Tipp #3: Benutze Deine eigenen Arbeitsmittel

Als selbständiger Dienstleister solltest Du Deine eigenen Arbeitsmittel haben und einsetzen. Dazu zählt z.B. Deine Arbeitskleidung und Verbrauchsmittel (wie z.B. Putz- oder Hygieneartikel). Auch hier gilt wieder: Bewahre die Quittungen für Deine Ausgaben für die Steuererklärung sicher auf.

Tipp #4: Schließe einen Dienstvertrag mit Deinen Auftraggebern

Natürlich kannst Du Die Zusammenarbeit mit einer Familie auch mündlich vereinbarten. Wenn es Dir wichtig ist, auf der sicheren Seite zu stehen, solltest Du einen schriftlichen Vertrag mit Deinem Auftraggeber abschließen.

Der Dienstvertrag sollte u. a. folgende Angaben haben:

  • Tätigkeit

  • Stundenlohn

  • Das Recht des Auftragnehmers, jederzeit auch andere Aufträge annehmen kann

  • Die Pflicht des Auftragnehmers, Abgaben (Sozialversicherungsbeiträge und Steuern) zu zahlen

  • Eine Erklärung, dass man dauerhaft nicht mehr als 50 % seiner Zeit im Nebengewerbe bei nur einem Auftraggeber arbeitet.

Fazit zur Scheinselbständigkeit

Als (nebenberuflich) Gewerbetreibender im Bereich Pflege oder Betreuung bist Du nicht nur für die zu betreuende Person verantwortlich, sondern auch stets für Dein eigenes Handeln. Der Besitz eines Gewerbescheins verpflichtet dazu, Scheinselbständigkeit zu vermeiden.

Suche Dir als Haushaltshilfe oder Seniorenbegleiter am besten langfristig nicht nur einen, sondern mehrere Auftraggeber. Mit Deinem Profil bei Pflegix kannst Du jederzeit nach neuen Familien in Deiner Nähe suchen und wirst zudem rechtzeitig informiert, sobald neue Aufträge veröffentlicht werden.

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