Geld verdienen als Seniorenbetreuer in 7 Schritten!

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Seniorenbetreuer sind gefragt: Immer mehr Menschen benötigen neben der Pflege auch Betreuung und Alltagshilfe. Die Arbeit als Seniorenbetreuer bietet zusätzliche Einkünfte und eine erfüllende Aufgabe. Erfahre hier, wie Du richtig durchstartest.

Es gibt viele Gründe, warum immer mehr Menschen in der Seniorenbetreuung arbeiten. Die einen möchten sich ein wenig zum Hauptberuf dazuverdienen, andere suchen z. B. als Rentner eine sinnerfüllte Tätigkeit, bei der sie anderen helfen können.

So oder so: Der Bedarf an Seniorenbetreuern ist groß und wird in Zukunft kontinuierlich zunehmen. Es lohnt sich darum, in diesen Bereich einzusteigen!

Was ist ein Seniorenbetreuer überhaupt?

Seniorenbetreuer werden sowohl im häuslichen Umfeld als auch stationär in Pflegeeinrichtungen eingesetzt. Sie sind das Bindeglied zwischen ehrenamtlichen Helfern und ausgebildeten Pflegekräften.

Dabei ist Seniorenbetreuer kein fest definiertes Berufsbild. Um als Familie Leistungen wie die Verhinderungspflege abrechnen zu können, muss der Seniorenbetreuer nicht zwingend eine abgeschlossenen Ausbildung oder Qualifikationenen vorweisen. Um jedoch den Entlastungsbeitrag in Form “niedrigschwelliger Betreuungsangebote” mit der Pflegekrasse abzurechnen, bedarf es einer abgeschlossenen Fortbildung (mehr dazu weiter unten).

Die Seniorenbetreuung im häuslichen Umfeld hat das Ziel, die Mobilität und Lebensqualität von älteren Menschen zu verbessern und somit ambulante Pflegedienste, Angehörige, Freunde, Nachbarn dauerhaft zu entlasten.

Warum lohnt sich die Arbeit als Seniorenbetreuer?

Es gibt zahlreiche Gründe, die für die nebenberufliche Selbstständigkeit in der Seniorenbetreuung sprechen: Du kannst neben Deinem Beruf zusätzliches Geld verdienen, Dir Deine Arbeitszeit selbst einteilen und hast keine großen Investitionskosten.

Einige nutzen den Nebenjob dafür, in die Selbstständigkeit hineinzuschnuppern. Die Möglichkeit ist immer da, aus einem Kleingewerbe etwas Größeres wachsen zu lassen.  

Seniorenbetreuung: Welche Fortbildung gibt es?

Sofern man keine Ausbildung im Bereich der Pflege abgeschlossen hat, bietet sich für den Einsatz im häuslichen Umfeld eine Fortbildung zur Betreuungskraft nach § 45a SGB XI an. Darin werden Inhalte wie Grundlagen der Pflege, dem Umgang mit Pflegebedürftigen, Betreuung bei Demenz, aber auch rechtliche Aspekte vermittelt.

Umfangreicher ist die Fortbildung zur Betreuungskraft nach § 43b, 53c SGB XI, da man hier neben neben dem ambulanten Bereich später auch im stationären Umfeld arbeiten. Der Zeitumfang und die Inhalte dieser Fortbildung variieren von Bundesland zu Bundesland. In Nordrhein-Westfalen müssen beispielsweise 160 Theoriestunden sowie ein zweiwöchiges Praktikum in einer Pflegeeinrichtung absolviert werden.

Als Seniorenbetreuer mit den Pflegekassen abrechnen: Wie funktioniert das?

Pflegende Angehörige erhalten den sogenannten Entlastungsbeitrag von 125 Euro im Monat, den sie unter anderem auch für Dienstleistungen eines anerkannten Seniorenbetreuers einsetzen können.

Seniorenbetreuer können den Entlastungsbeitrag direkt mit der Pflegekasse abrechnen. Voraussetzung dafür ist neben einer absolvierten Fortbildung bzw. einer abgeschlossenen Ausbildung im Gesundheitsbereich die Anerkennung der jeweiligen Kreise bzw. kreisfreien Städte. Dafür wendest Du dich als Seniorenbetreuer am besten direkt an die örtliche Kommunalverwaltung.

Entlastungsbeitrag abrechnen: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Die Voraussetzungen für die Anerkennung zwischen den Bundesländern, aber auch von Kreis zu Kreis zum Teil stark variieren. So kann das Genehmigungsverfahren je nach Ort 150 bis 2.000 Euro kosten. Außerdem sind Verfahrensdauern von 3 bis 6 Monaten keine Seltenheit.

Darüber hinaus muss man neben der entsprechenden Qualifikation u. a. folgende Voraussetzungen erfüllen, um mit Pflegekassen abrechnen zu können:

  • Ein fest definiertes Leistungsangebot von 40 Stunden/Woche

  • Erweitertes polizeiliches Führungszeugnis

  • Abschluss einer Betriebshaftlichtversicherung

  • Jährliche Tätigkeitsberichte

  • Abtretungserklärung der Familie

Das Pflegix Team hofft, dass die Voraussetzungen für das Genehmigungsverfahren für selbständige Seniorenbetreuer in Zukunft einfacher werden. Bis dahin arbeiten wir auf Hochtouren an einer Lösung, wie unsere Helfer trotz alldem mit Pflegekassen abrechnen können. Wir werden rechtzeitig darüber informieren.

Erfolgreich als Seniorenbegleiter arbeiten: Was muss ich tun?

Um in der Seniorenbetreuung erfolgreich zu sein, musst Du ein paar Dinge beachten. Wir zeigen wir Dir im Folgenden Schritt für Schritt, wie Du als Seniorenbetreuer durchstarten kannst.

1. Schritt: Melde ein Gewerbe an

Um als Seniorenbetreuer selbstständig zu arbeiten, musst Du zunächst ein Gewerbe anmelden. Melde Dich dafür als erstes beim dem für Deinen Kreis bzw. Deine Stadt zuständigen Gewerbeamt an. Kennst Du auch unsere Checkliste für die Anmeldung eines Kleingewerbes?

2. Schritt: Gewinne Deine ersten Kunden

Damit Du in der Seniorenbetreuung durchstarten kannst, musst Du Dir einen Kundenstamm aufbauen. Wie bei so vielem auch, ist aller Anfang schwer. Natürlich kannst Du Kunden auf ganz klassischem Wege wie Aushänge oder Zeitungsannoncen versuchen.

Effektiver und noch stärker an Deinen individuellen Wünschen orientiert sind Online-Plattformen wie etwa Pflegix. Über einen kostenloses Profil erhältst Du Informationen zu zahlreichen Jobs bei Familien in Deiner Nähe. Melde dich jetzt hier an und probiere es aus!

3. Schritt: Kennenlerntermin vereinbaren – Checkliste zur Vorbereitung

Ist der erste Kontakt mit der Familie erfolgreich, kommt es nun zu einem gemeinsamen Kennenlernen. Hier ist es wichtig, dass Du mit der Familie offen über Deine Erwartungen als auch über Grenzen sprichst.

Wenn Du bestimmte Tätigkeit nicht tun möchtest bzw. auch als ungelernte Kraft nicht durchführen darfst (z. B. Behandlungspflege ist über Pflegix aus versicherungstechnischen Gründen nicht möglich), dann sprich offen im Voraus mit der Familie darüber. Für die Grundpflege solltest Du eine Ausbildung im pflegerischen Bereich vorweisen können.

Das Interview: mögliche Fragen

Du wirst aber auch schnell merken, dass die Familie einige Fragen hat, schließlich befehlen sie Dir ihren lieben Angehörigen an. Auf diese und weitere mögliche Fragen solltest Du Dich vorbereiten:

  • In welcher Lebenssituation befindest Du Dich gerade? Welchen Beruf übst Du aus, wenn Du nicht als nebenberuflich als Seniorenbetreuer arbeitest?

  • Was motiviert Dich, diesen Job zu machen?

  • Welche Erfahrungen bringst Du bereits in der Arbeit mit Menschen mit?

  • Welche Stärken besitzt Du?

  • Wo sind Deine Grenzen? Wie belastbar bist Du in bestimmten Situationen?

  • Wie viel Gehalt verlangst Du pro Stunde?


Nachweise

Glaubwürdigkeit ist in der Arbeit als Seniorenbetreuung ungemein wichtig. Rechne damit, dass die Familie Dir gegenüber anfangs mit einer gesunden Skepsis gegenüber tritt. Du kannst das Vertrauen der Familie zusätzlich gewinnen, in dem Du Nachweise vorlegen kannst, zum Beispiel:

  • Lichtbildausweis (z. B. Personalausweis und/oder Führerschein)

  • Polizeiliches Führungszeugnis

  • Zeugnisse/Zertifikate von Ausbildungen und Weiterbildungen

  • Gewerbeschein


Allgemeine Regeln

Nicht alle Kennenlerngespräche werden persönlich geführt, sondern auch am Telefon. Wir empfehlen Dir, dass Du vor Ort vorbeifährst – schließlich wirst Du dort in Zukunft auch arbeiten. Wenn du folgende Regeln beachtest, bist Du für das Kennenlerngespräch gut vorbereitet:

  • Achte auf ein gepflegtes Erscheinungsbild (Alltagsbekleidung reicht aber völlig aus).

  • Höre genau hin, nimm die Sorgen der Familie ernst und gehe darauf ein.

  • Stelle Rückfragen, wenn für Dich etwas unklar ist.

  • Aufregung gehört dazu! Sei Dir bewusst, dass Die Familie mindestens genauso, wenn nicht noch aufgeregter ins Kennenlerngespräch geht.

4. Schritt: Dienstvertrag abschließen

Selbstverständlich kannst Du die Zusammenarbeit mit einer Familie mündlich beschließen. Wenn man auf Nummer sicher gehen möchte, sollte eine schriftlicher Vertrag zwischen Dir und der Familie abgeschlossen werden.

Ein Dienstvertrag sollte u. a. folgende Dinge regeln:

  • Stundenlohn

  • Tätigkeitsfelder

  • Dein Recht, als Selbstständiger auch andere Aufträge anzunehmen (Du musst dies sogar, um nicht als Scheinselbständiger zu arbeiten)

  • Deine Pflicht, als Selbstständiger Abgaben wie Steuern und Sozialversicherungsbeiträge selbst zu zahlen

5. Schritt: Stunden dokumentieren und abrechnen

War das Kennenlerngespräch erfolgreich, steht dem ersten Job nichts mehr im Wege. Wichtig ist, dass Du Dir im Voraus schon überlegst, wie Du Deinen Einsatz dokumentierst. Dies erleichtert Dir nachher die Rechnungsstellung.

Die Dokumentation sollte in jedem Fall diese Angaben enthalten:

  • Datum

  • Start- und Endzeitpunkt

  • Nennung der Tätigkeit (jeweils einzeln aufführen, wenn es verschiedene Tätigkeiten gibt)

In diesem Beitrag stellen wir Dir vor, wie Du als Helfer bei Pflegix Deine Arbeit ganz leicht über die Pflegix-Stundendokumentation hinterlegen kannst und Dir um die Rechnungsschreibung keine Gedanken machen brauchst.

6. Schritt: Überschussrechnung machen

Wenn Du für Deine Tätigkeit als Seniorenbetreuer ein Gewerbe angemeldet hast, musst Du für jedes abgeschlossene Jahr Deiner Selbstständigkeit eine Steuererklärung für das Finanzamt erstellen. Wenn Dein jährlicher Gewinn unter 50.000 Euro und der Umsatz kleiner als 500.000 Euro ist, musst Du nur eine einfache Übersicht aus Einnahmen und Ausgaben anfertigen und daraus den Überschuss ermitteln. Diese sogenannte Einnahmen-Überschuss-Rechnung muss anschließend an das Finanzamt übermittelt werden. Mehr zu diesem Thema erfährst Du im Beitrag Steuererklärung für Kleingewerbe.

7. Schritt: Scheinselbständigkeit vermeiden

Wenn Du langfristig für nur einen Auftraggeber tätig bist, kann schnell der Verdacht auf Scheinselbständigkeit aufkommen. Denn eigentlich übernimmst Du dann nicht mehr die Rolle eines unabhängigen Selbständigen, sondern eher die eines Angestellten.

Um bei der Prüfung durch ein Arbeitsgericht, das Finanzamt oder Versicherungen zu bestehen, solltest Du in jedem Fall immer Ausschau nach mehreren Aufträgen gleichzeitig halten. Erfahre mehr in unseren 4 Tipps, wie Kleinunternehmer Scheinselbständigkeit vermeiden können.

Fazit zum Geld verdienen in der Seniorenbetreuung

Die Arbeit als Seniorenbegleiter bzw. Seniorenbetreuer ist eine gute Möglichkeit, Geld zu verdienen und zugleich einer sinnstiftenden Arbeit nachzugehen. Eine Ausbildung wird nicht vorausgesetzt, bietet sich jedoch in jedem Fall an, um einen entsprechend höheren Stundenlohn zu verlangen und sich optimal auf die Einsätze in den Familien vorzubereiten.

Wichtig ist zudem die Freude in der Arbeit mit Menschen sowie die Anmeldung eines eigenen Gewerbes. Wenn außerdem die 7 Schritte in diesem Beitrag befolgt werden, kann dem Geld verdienen als Seniorenbetreuer nichts mehr im Wege stehen!

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