Geld verdienen als Seniorenbetreuer in 7 Schritten!

Die Nachfrage an Seniorenbetreuern wird immer größer! Erfahre hier Schritt für Schritt, wie Du Dir einen Zusatzverdienst schaffen kannst.

Benjamin Kleine Vennekate | 01.08.2018

Seniorenbetreuer sind gefragt: Immer mehr Menschen benötigen neben der Pflege auch Betreuung und Alltagshilfe. Die Arbeit als Seniorenbetreuer bietet zusätzliche Einkünfte und eine erfüllende Aufgabe. Erfahre hier, wie Du richtig durchstartest.

Inhaltsübersicht

Was ist Seniorenbetreuung und warum lohnt es sich?

Es gibt viele Gründe, warum immer mehr Menschen in der Seniorenbetreuung arbeiten. Die einen möchten sich etwas zum Hauptberuf dazuverdienen, andere suchen z. B. als Rentner eine sinnerfüllte Tätigkeit, mit der sie anderen helfen können.

So oder so: Der Bedarf an Seniorenbetreuern ist groß und wird in Zukunft kontinuierlich zunehmen. Es lohnt sich darum, in diesem Bereich einzusteigen!

Was ist ein Seniorenbetreuer überhaupt?

Seniorenbetreuer werden sowohl im häuslichen Umfeld als auch stationär in Pflegeeinrichtungen eingesetzt. Sie sind das Bindeglied zwischen ehrenamtlichen Helfern und ausgebildeten Pflegekräften. 

Dabei ist der Begriff Seniorenbetreuer kein fest definiertes Berufsbild. Um als Familie Leistungen wie die Verhinderungspflege abrechnen zu können, muss der Seniorenbetreuer nicht zwingend eine abgeschlossene Ausbildung oder spezifische Qualifikation vorweisen. Um jedoch den Entlastungsbetrag in Form der “Angebote zur Unterstützung im Alltag” mit der Pflegekasse abrechnen zu können, bedarf es einer abgeschlossenen Fortbildung (mehr dazu weiter unten).

Die Seniorenbetreuung im häuslichen Umfeld hat das Ziel, die Mobilität und Lebensqualität von älteren Menschen zu verbessern und somit ambulante Pflegedienste, Angehörige, Freunde oder Nachbarn dauerhaft zu entlasten.

Warum lohnt sich die Arbeit als Seniorenbetreuer?

Es gibt zahlreiche Gründe, die für eine nebenberufliche Selbstständigkeit in der Seniorenbetreuung sprechen: Du kannst neben Deinem Beruf zusätzliches Geld verdienen, Dir Deine Arbeitszeit selbst einteilen und hast keine großen Investitionskosten. 

Einige nutzen den Nebenjob dafür, in die Selbstständigkeit hineinzuschnuppern. Die Möglichkeit ist immer da, aus einem Kleingewerbe etwas Größeres wachsen zu lassen.  

Seniorenbetreuung: Welche Fortbildung gibt es?

Sofern man keine Ausbildung im Bereich der Pflege abgeschlossen hat, bietet sich für den Einsatz im häuslichen Umfeld eine Fortbildung zur Betreuungskraft nach § 45a SGB XI an. Darin werden Inhalte wie Grundlagen der Pflege, der Umgang mit Pflegebedürftigen, Betreuung bei Demenz, aber auch rechtliche Aspekte vermittelt. 

Umfangreicher ist die Fortbildung zur Betreuungskraft nach § 43b, 53c SGB XI, da man hier neben neben dem ambulanten Bereich später auch im stationären Umfeld arbeiten kann. Der Zeitumfang und die Inhalte dieser Fortbildung variieren von Bundesland zu Bundesland. In Nordrhein-Westfalen müssen beispielsweise 160 Theoriestunden sowie ein zweiwöchiges Praktikum in einer Pflegeeinrichtung absolviert werden. 

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Als Seniorenbetreuer mit den Pflegekassen abrechnen: Wie funktioniert das?

Pflegende Angehörige erhalten den sogenannten Entlastungsbetrag von 125 Euro im Monat, den sie unter anderem auch für Dienstleistungen eines anerkannten Seniorenbetreuers einsetzen können. 

Seniorenbetreuer können den Entlastungsbetrag direkt mit der Pflegekasse abrechnen. Voraussetzung dafür ist neben einer absolvierten Fortbildung bzw. einer abgeschlossenen Ausbildung im Gesundheitsbereich die Anerkennung der jeweiligen Kreise bzw. kreisfreien Städte. Dafür wendest Du Dich als Seniorenbetreuer am besten direkt an die örtliche Kommunalverwaltung.

Entlastungsbetrag abrechnen: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Die Voraussetzungen für die Anerkennung zur Abrechnung des Entlastungsbetrags variieren zwischen den Bundesländern, aber auch von Kreis zu Kreis, zum Teil stark. So kann das Genehmigungsverfahren je nach Ort 150 bis 2.000 Euro kosten. Außerdem sind Verfahrensdauern von bis zu 6 Monaten keine Seltenheit. Das Pflegix-Team hofft, dass die Voraussetzungen für das Genehmigungsverfahren für selbständige Seniorenbetreuer in Zukunft einfacher werden. Bis dahin arbeiten wir auf Hochtouren an einer Lösung, wie unsere Helfer trotz alldem mit Pflegekassen abrechnen können. Wir werden rechtzeitig darüber informieren.

Erfolgreich als Seniorenbegleiter arbeiten: Was muss ich tun?

Um in der Seniorenbetreuung erfolgreich zu sein, musst Du ein paar Dinge beachten. Wir zeigen Dir im Folgenden Schritt für Schritt, wie Du als als Seniorenbetreuer durchstarten kannst. 

1. Schritt: Melde ein Gewerbe an

Um als Seniorenbetreuer selbstständig arbeiten zu können, musst Du zunächst ein Gewerbe anmelden. Melde Dich dafür als Erstes bei dem für Deinen Kreis bzw. Deine Stadt zuständigen Gewerbeamt an. Übrigens: kennst Du schon unsere Checkliste für die Anmeldung eines Kleingewerbes?

2. Schritt: Gewinne Deine ersten Kunden

Damit Du in der Seniorenbetreuung durchstarten kannst, musst Du Dir einen Kundenstamm aufbauen. Wie bei so vielem auch, ist aller Anfang schwer. Natürlich kannst Du Kunden auf ganz klassischem Wege wie mit Aushängen oder durch Zeitungsannoncen suchen. 

Effektiver und noch stärker an Deinen individuellen Wünschen orientiert sind Online-Plattformen wie etwa Pflegix. Wenn Du Dich bei Pflegix als Helfer registrierst, kannst Du Dich ganz bequem für Jobs bei Familien in Deiner Nähe bewerben. Melde Dich jetzt hier an und probiere es aus!

3. Schritt: Kennenlerntermin vereinbaren – Checkliste zur Vorbereitung

Nimmt eine Familie Deine Bewerbung an, wirst Du darüber von uns per E-Mail benachrichtigt. Mit der Annahme Deiner Bewerbung startet Eure verbindliche Zusammenarbeit und Ihr könnt nun über die Chat-Funktion ein erstes gemeinsames Kennenlernen vereinbaren.

Für das erste persönliche Gespräch ist es wichtig, dass Du mit der Familie offen über Deine Erwartungen wie auch über mögliche Grenzen sprichst. 

Wenn Du eine bestimmte Tätigkeit nicht durchführen möchtest bzw. auch als ungelernte Kraft nicht durchführen darfst (z. B. ist die Behandlungspflege über Pflegix aus versicherungstechnischen Gründen nicht möglich), dann sprich offen im Voraus mit der Familie darüber. Für die Grundpflege musst Du eine Ausbildung im pflegerischen Bereich vorweisen können.

Das Interview: mögliche Fragen

Du wirst schnell merken, dass die Familie einige Fragen hat, schließlich vertrauen sie Dir ihre lieben Angehörigen an. Auf diese und weitere mögliche Fragen solltest Du Dich vorbereiten:

  • In welcher Lebenssituation befindest Du Dich gerade? Welchen Beruf übst Du aus, wenn Du nicht nebenberuflich als Seniorenbetreuer arbeitest?

  • Was motiviert Dich, diesen Job zu machen?

  • Welche Erfahrungen bringst Du bereits in der Arbeit mit Menschen mit?

  • Welche Stärken besitzt Du? 

  • Wo sind Deine Grenzen? Wie belastbar bist Du in bestimmten Situationen?

  • Wie viel Gehalt verlangst Du pro Stunde?

Nachweise

Glaubwürdigkeit ist in der Arbeit als Seniorenbetreuer ungemein wichtig. Rechne damit, dass die Familie Dir anfangs mit einer gesunden Skepsis begegnen wird. Du kannst das Vertrauen der Familie zusätzlich gewinnen, indem Du Nachweise vorlegen kannst, zum Beispiel: 

  • Einen Lichtbildausweis (z. B. Personalausweis und/oder Führerschein),

  • Ein Polizeiliches Führungszeugnis,

  • Zeugnisse/Zertifikate von Ausbildungen und Weiterbildungen, sowie

  • Einen Gewerbeschein

Allgemeine Regeln

Nicht alle Kennenlerngespräche werden persönlich geführt, sondern einige auch am Telefon. Wir empfehlen Dir, dass Du für das Kennenlernen mit der Familie vor Ort vorbeifährst – schließlich wirst Du dort in Zukunft auch arbeiten. Wenn Du folgende Regeln beachtest, bist Du für das Kennenlerngespräch gut vorbereitet:

  • Achte auf ein gepflegtes Erscheinungsbild (Alltagsbekleidung reicht aber völlig aus).

  • Höre genau hin, nimm die Sorgen der Familie ernst und gehe darauf ein.

  • Stelle Rückfragen, wenn Dir etwas unklar ist.

  • Aufregung gehört dazu! Sei Dir aber bewusst, dass die Familie mindestens genauso, wenn nicht noch aufgeregter ins Kennenlerngespräch geht.

4. Schritt: Dienstvertrag abschließen

Ein Dienstvertrag zwischen einem Auftragnehmer und einem Auftraggeber regelt die Konditionen zu denen einen Dienstleistung erbracht werden soll. Er beinhaltet in der Regel informationen über:

  • die Art, den Umfang und die zeitliche Dauer der Dienstleistung

  • den Erfüllungsort der vereinbarten Dienstleistung

  • sowie die Vergütung der vereinbarten Dienstleistung.

Im Falle einer Zusammenarbeit über Pflegix entsteht ein solcher Vertrag, sobald sich eine Familie über unsere Plattform für einen Helfer entscheidet und eine Buchung zustande kommt. Die Buchungsdetails gelten in dabei als schriftlicher Nachweis über die vereinbarten Konditionen und dokumentieren die Leistungen des Helfers detailliert.

5. Schritt: Stunden dokumentieren und abrechnen

War das Kennenlerngespräch erfolgreich, steht Eurer erfolgreichen Zusammenarbeit nichts mehr im Wege. Wichtig ist, dass Du Dir im Voraus schon überlegst, wie Du Deinen Einsatz dokumentierst. Dies erleichtert Dir nachher die Rechnungsstellung.

Die Dokumentation sollte in jedem Fall folgende Angaben enthalten:

  • Das aktuelle Datum

  • Den Start- und Endzeitpunkt der Tätigkeit

  • Die Nennung Deiner Tätigkeit (jeweils einzeln aufführen, wenn es verschiedene Tätigkeiten gibt)

In unserer Anleitung zur Stundendokumentation stellen wir Dir vor, wie Du als Helfer bei Pflegix Deine Arbeit ganz leicht über die Pflegix-Stundendokumentation hinterlegen kannst.Über die Rechnungsschreibung brauchst Du Dir dabei keinerlei Gedanken zu machen, denn die übernimmt Pflegix für Dich.

6. Schritt: Überschussrechnung machen

Wenn Du für Deine Tätigkeit als Seniorenbetreuer ein Gewerbe angemeldet hast, musst Du für jedes abgeschlossene Jahr Deiner Selbstständigkeit eine Steuererklärung für das Finanzamt erstellen. Wenn Du unterhalb bestimmter Gewinngrenzen bleibst, reicht eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung.

Mehr zu diesem Thema erfährst Du im in unserem Beitrag zur Steuererklärung für Kleingewerbe

7. Schritt: Scheinselbständigkeit vermeiden

Wenn Du langfristig nur für einen Auftraggeber tätig bist, kann schnell der Verdacht auf Scheinselbständigkeit aufkommen. Denn eigentlich übernimmst Du dann nicht mehr die Rolle eines unabhängigen Selbständigen, sondern eher die eines Angestellten. 

Um bei der Prüfung durch ein Arbeitsgericht, das Finanzamt oder Versicherungen zu bestehen, solltest Du in jedem Fall immer Ausschau nach mehreren Aufträgen gleichzeitig halten. Wir geben Dir 4 Tipps, wie Du als Kleinunternehmer Scheinselbständigkeit vermeiden kannst.

Fazit zum Geld verdienen in der Seniorenbetreuung

Die Arbeit als Seniorenbegleiter bzw. Seniorenbetreuer ist eine gute Möglichkeit, Geld zu verdienen und zugleich einer sinnstiftenden Arbeit nachzugehen. Eine Ausbildung wird nicht vorausgesetzt, bietet sich jedoch in jedem Fall an, um einen entsprechend höheren Stundenlohn zu verlangen und sich optimal auf die Einsätze bei Familien vorzubereiten. 

Wichtig ist zudem die Freude an der Arbeit mit Menschen sowie die Anmeldung eines eigenen Gewerbes. Wenn Du außerdem die 7 Schritte in diesem Beitrag befolgst, steht Deinem Job als Seniorenbetreuer nichts mehr im Wege!

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